Freitag, 09 Dezember 2022 13:43

Arbeitsgruppe im Portrait: Ignacio Tripodi – Computer-Toxikologie statt Tierversuche Empfehlung

InVitro+Jobs stellt regelmäßig Wissenschaftler und ihre innovativen Forschungen als „Arbeitsgruppe im Portrait“ vor. Im Fokus stehen neu entwickelte Methoden, ihre Evaluation sowie der Ausblick, welche tierexperimentellen Versuchsansätze gemäß dem 3R-Prinzip (reduce, refine, replace) nach Möglichkeit reduziert und bestenfalls ersetzt werden können.


Grafik: Pixabay.


In dieser Ausgabe thematisieren wir Dr. Ignacio Tripodi vom Unternehmen Sciome LLC. mit Sitz in Research Triangle Park, North Carolina. Der Bioinformatiker entwickelt Computerprogramme für eine zeitgemäße Risikobewertung, die zur Reduktion und hoffentlich langfristig zu einem Ersatz von Tierversuchen führen wird.

Der Wissenschaftler hat ein Computersystem entwickelt, mit dem die akute Toxizitätsmechanismen ohne Tierversuche aufgeklärt werden können. Das System heißt MechSpy. Es erzeugt die wahrscheinlichsten Toxizitätsmechanismen, indem Daten der Humanbiologie, Toxikologie und Biochemie mit solchen der Genexpressionen aus Zellen menschlichen Gewebes kombiniert werden. Das Modell ist in der Lage, einfache, übersichtliche Toxizitätsmechanismen sowohl für gut untersuchte Verbindungen als auch für andere Chemikalien, für welche der Toxizitätsmechanismus nicht so bekannt war, vorherzusagen. Das Computermodell MechSpy kann um zusätzliche Toxizitätsmechanismen oder um andere Mechanismen der Humanbiologie erweitert werden.(1)

Auf dem EUSAAT-Kongress in Linz hat der Wissenschaftler eine weitere aktuelle Arbeit vorgestellt. Dafür nutzt er Informationen von sogenannten Adverse Outcome Pathways und lässt den Computer die Auswirkungen von Chemikalien auf den Organismus analysieren.

Beim Konzept der Adverse Outcome Pathways (AOP) führen biologische Vorgänge wie Zellrezeptorbindungen von Molekülen über mehrere Teilschritte zu schädlichen Effekten im Organ, Organismus oder einer Population.