Am 24. Januar wurde im Berliner Wissenschaftsforum durch den Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Prof. Matthias Kleiner, der diesjährige Ursula M. Händel-Tierschutzpreis verliehen. Die Preisträger sind in diesem Jahr zwei Forscherteams aus Hamburg und Konstanz, die mit jeweils 25.000 € bedacht werden. Eingebettet in die Preisverleihung war eine Podiumsdiskussion zum Thema >Tierversuche in der Grundlagenforschung: Chancen und Grenzen von Ersatzmethoden<.

Mit modernsten gentechnischen Methoden ist die Wissenschaft der Aufklärung neurodegenerativer Erkrankungen einen Schritt näher gerückt. Mittels in vitro-Untersuchungen durch Transfektion (Einbringen von Fremd-DNA in eukaryotische Zellen) künstlich hergestellter, funktionsloser Proteine in sogenannte HEK293T-Zellen haben Forscher des MPI für Biochemie in Martinsried bei München herausgefunden, wie Proteinaggregate zu neurodegenerativen Krankheiten führen können, wodurch Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Chorea Huntington entstehen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority, EFSA) sucht wissenschaftliche Sachverständige für die externe Begutachtung der wissenschaftlichen Stellungnahmen der EFSA. Die Sachverständigen sollen eine externe Qualitätsbewertung der wissenschaftlichen Veröffentlichungen organisieren.

Der mit 25.000 Euro dotierte Forschungspreises >Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch< des Landes Baden-Württemberg geht in diesem Jahr an zwei Wissenschaftler aus Freiburg und Konstanz, Dr. Elisabeth Schültke und Prof. Dr. Marcel Leist.

Der 29. Forschungspreis zur Förderung methodischer Arbeiten mit dem Ziel der Einschränkung und des Ersatzes von Tierversuchen des Bundesministeriums für Ernahrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 2010 geht an in diesem Jahr an eine Forschergruppe des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen, die auch als Arbeitsgruppe bei invitrojobs vertreten ist. Sie erhalten den Preis für die Entwicklung einer In-vitro-Methode zur Bestimmung von Resttoxizität in Tetanusimpfstoffen.

Maus-Bioassay zu Algentoxinen vor dem Aus

Freitag, 19 November 2010 10:00

Die EU-Kommission hat am 17.11.2010 entschieden, dass Algentoxine, die in Muscheln und anderen Meerestieren enthalten sein können, zukünftig nicht mehr durch schmerzhafte Mäuseversuche festgestellt werden dürfen. Mit einer Übergangsfrist von drei Jahren müssen nun chemisch-physikalische Methoden angewendet werden.

Docosahexaensäure (DHA) ist eine mehrfach ungesättigte Fettsäure. Im Studien mit transgenen Mäusen konnte durch den Konsum von Omega-3 Fettsäuren die DHA die Ausprägung einer Alzheimer-ähnlichen Krankheitssymptomatik im Gehirn modifizieren. Beim Menschen konnte kein Vorteil durch die Nahrungsergänzung gezeigt werden.

Die Richtlinie tritt am 9. Nov. 2010 in Kraft. Die Verwendung von Tieren sollte nur dann erwogen werden, wenn es keine tierversuchsfreie Alternative gibt. Zur Förderung des Prinzips der Verminderung sollten die Mitgliedstaaten die Einführung von Programmen für die gemeinsame Nutzung von Organen und Gewebe erleichtern. Die Verfügbarkeit alternativer Methoden ist von den Fortschritten der Forschung in der Entwicklung von Alternativen abhängig. Es besteht die Notwendigkeit, neue Methoden zu entwickeln und zur Validierung vorzuschlagen. Rahmenprogramme der Gemeinschaft haben Mittel für Projekte zur Verfügung gestellt, die darauf abzielen, die Verwendung von Tieren zu vermeiden, zu vermindern und zu verbessern.

Das Wirtschaftsministerium fördert die Clusterinitiative Engineering - Life Sciences - Automation (ELSA) für die Dauer von zwei Jahren mit bis 200 000 Euro zur Verknüpfung der Life Science-Branche mit ingenieurgetriebenen Branchen.

Bioingenieure der Harvard-Universität in Cambridge, Massachusetts haben vom Nationalen Institut für Gesundheit (NIH) sowie der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) eine Finanzierung in Höhe von 3,3 Millionen US-Dollar erhalten, um eine „Herz-Lungen-Mikromaschine“ zu entwickeln, mit der man sicherheitspharmakologische Wirkstofftests und die Testeffizienz beschleunigen kann.