Ende August hat die amerikanische Environmental Protection Agency (EPA) angekündigt, neue Methoden zur Bestimmung der potenziellen Risiken bestimmter Chemikalien und Pflanzenschutzmittel bei inhalativer und oraler Aufnahme einzuführen. Dies soll zu einer schnelleren Bewertung mit größerer Relevanz für den Menschen führen.
Forscherinnen und Forscher vom CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und vom Ludwig Boltzmann Institute for Network Medicine (LBI-NetMed) der Universität Wien haben mit Hilfe von Deep Learning-Modellen altersbedingte Veränderungen in menschlichen Geweben systematisch und quantitativ erfasst. Diese „Tissue Clocks“ lieferten eine Schätzung des biologischen Alters, das nicht mit der tatsächlichen Lebenszeit übereinstimmte und so Hinweise auf beschleunigte oder verlangsamte Alterungsprozesse geben konnte.
Forscherinnen und Forscher der Universitäts-Augenklinik Würzburg entwickeln ein 3D-Modell der menschlichen Bindehaut, das die Biologie der Augenoberfläche möglichst genau nachbildet und dabei helfen soll, Entzündungen in der Bindehaut besser zu verstehen und Wirkstofftests schneller durchzuführen.
Ein Forschungskonsortium unter Leitung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) entwickelt eine neue Plattform, um die Kardiotoxizität von Arzneimitteln in einer frühen Entwicklungsphase zu testen. Dabei setzen sie auf 3D-Systeme aus menschlichem Gewebe, sogenannte Herz-Organoide.
Das Joint Research Center (JRC) der Europäischen Kommission (GD JRC) hat unter Mitwirkung der Generaldirektion Forschung und Innovation (GD RTD) einen Bericht über die derzeitigen Stand der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz in der Biologie, ihre Fähigkeiten und die politischen Folgen und Konsequenzen erstellt.
Hier lernt man etwas: Unter dem Namen 3Rs InfoHub gibt es an der Freien Universität Berlin eine empfehlenswerte Plattform, die anfänglichen und fortgeschrittenen Studierenden dabei hilft, die geeignetsten Verfahren zum Ersatz, zur Reduktion oder zur Verfeinerung von Tierversuchen zu finden oder darüber zu lernen.
Das Land Rheinland-Pfalz schreibt seit 2008 alle zwei Jahre einen Preis zur Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden für Tierversuche sowohl in der wissenschaftlichen Forschung als auch in der Lehre aus, entsprechend dem 3R- Prinzip von Russel und Burch (1959). Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 15. September 2026.
Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hat das Pferd zum „Versuchstier des Jahres“ 2026 ernannt. Obwohl Pferde im Vergleich zu „klassischen Versuchstierarten“ seltener in Tierversuchen eingesetzt werden, leiden und sterben auch sie im Labor.
Das European Directorate for the Quality of Medicines & HealthCare (EDQM) hat die Aufgabe, verbindliche Qualitätsstandards für Medikamente und die Gesundheitsversorgung festzulegen. Die Kommission des Europäischen Arzneibuchs befasst sich nun mit der schrittweisen Abschaffung des LD50-Tests an Mäusen aus ihren Monografien zu Botulinumtoxin. Dafür will sie ihre Arbeitsgruppe Botulinumtoxin (BOT WP) wieder aktivieren und sucht Mitglieder.
„The New Gold Standard“ ist ein neuer Dokumentarfilm über den Wandel in der medizinischen Forschung weg von Tierversuchen hin zu humanrelevanten Technologien. Der Film beleuchtet sowohl die aktuellen Realitäten des Systems als auch das wachsende wissenschaftliche Interesse an alternativen, am Menschen basierenden Ansätzen.