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Die französische in vitro-Neurowissenschaftlerin Dr. Alexandra Benchoua wurde Ende Januar für ihre Entwicklung einer tierfreien Methode ausgezeichnet, mit der neurologische und psychiatrische Erkrankungen wie solche im Bereich der autistischen Spektrumstörungen erforscht und Behandlungsmöglichkeiten gefunden werden können.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Transfusionsmedizin und Gentherapie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Toni Cathomen haben im Rahmen der britischen „Crack it“– Challenge eine Förderung von umgerechnet rund 1,17 Millionen Euro erhalten. Das Team erforscht einen innovativen, tierversuchsfreien Ansatz in der Sicherheitsbeurteilung moderner Krebstherapien.

Das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB hat ein in vitro-Hundevollhautmodell entwickelt, mit dem sich medizinische Therapeutika zur Behandlung von Hauterkrankungen von Hunden testen lassen.

Der  Wissenschaftsfonds (FWF) bietet mit Mitteln des Wissenschaftsministeriums ein Österreich-weites Förderprogramm zur Erforschung von Ersatzmethoden für Tierversuche an. Ziel ist es, die Etablierung alternativer Methoden nach dem 3R-Prinzip weiter zu beschleunigen.

Die Europäische Chemikalienagentur ECHA (European Chemicals Agency) hat ein Konsortium unter Beteiligung von BASF beauftragt, die Zuverlässigkeit und Relevanz neuer Technologien als Alternativen für Tierversuche, sogenannte New Approach Methodologies (NAMs), wissenschaftlich zu untersuchen und deren Einsatz in Zukunft zu fördern. Zu den NAMs gehören in-vitro-Modelle, Computermodellen und Omics-Methoden (genetische Analysen des gesamten Genoms, aller exprimierten Proteine einer Zelle und der Stoffwechselfunktionen).

Wie das 3R-Center Tübingen auf der Plattform LinkedIN bekanntgegeben hat, ist der bekannte Wissenschaftler für Organ-on-Chip Forschung an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und am NMI Reutlingen, Prof. Peter Loskill, in die Ständige Senatskommission für tierexperimentelle Forschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) berufen worden.

Die europäische Tierversuchsrichtlinie und die EU Chemikalienverordnung REACH sehen vor, Tierversuche zur Bewertung einer eventuellen Giftigkeit für den Menschen nur als letztes Mittel durchzuführen. Ein Zusammenschluss von VertreterInnen aus Industrie und Nicht-Regierungsorganisationen hat in einer Untersuchung herausgefunden, dass diese Vorgaben nicht ernsthaft eingehalten werden und es dadurch zu unzähligen Tierversuchen kommt.

Ein ForscherInnen-Team unter der Leitung von Prof. Dr. Konstanze Winklhofer von der Ruhr-Universität Bochum hat herausgefunden, dass das Protein NEMO, das u.a. für seine Rolle beim angeborenen Immunsystem bekannt ist, eine wichtige Funktion bei der Kennzeichnung von Proteinaggregaten im Gehirn hat, damit es nicht zu schädlichen Ablagerungen wie bei der Parkinson-Erkrankung kommt.

Die Forscherin Betty Tijms und ihre Kollegen vom Alzheimer Center Amsterdam, Amsterdam UMC und der Universität Maastricht haben mit Hilfe massenspektrometrischer Untersuchung des Proteoms im der Spinalflüssigkeit von Alzheimerpatienten herausgefunden, dass es fünf verschiedene Subtypen der Alzheimer-Erkrankung gibt. Das Verständnis dieser Heterogenität ist entscheidend für die Entwicklung von Alzheimer-Medikamenten.

Laut Science Magazin hat die Interessengemeinschaft White Coat Waste Project, die sich der Abschaffung der vom Steuerzahler finanzierten Tierversuche in den USA widmet, darauf hingewiesen, dass die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) die Zielsetzung des Ausstiegs aus dem Säugetierversuch bis 2035 in ihren Plänen nicht mehr explizit erwähnt.